Treffen mit Michele Elia, dem Chef der italienischen Bahn

Der EU Abgeordnete Herbert Dorfmann und die Kammerabgeordnete Renate Gebhard trafen gestern in Rom den Chef der italienischen Bahn Michele Elia. Themen der Aussprachen waren die Zulaufstrecke zum BBT und die Lärmbelastung durch Züge.

 

Die Abgeordneten erinnerten den Bahnchef an das politische Versprechen, dass die prioritären Zulaufstrecken zum BBT spätestens zeitgleich mit dem BBT in Betrieb gehen müssen. "Für die Bürger im Eisacktal und im Bozner Raum ist jede andere Lösung undenkbar und unsere Zustimmung zur neuen Bahnstrecke hängt mit dieser Zusage zusammen" sagte Renate Gebhard.

Michele Elia und die Chefplaner der Bahn, die ebenfalls am Treffen teilnahmen, legten einen Zeitplan für den Bau der prioritären Zulaufstrecken vor, mit dem diese Vorgabe erfüllt werden soll. Das Projekt ist nun an das Transportministerium übermittelt worden, welche nach einer öffentlichen Vorstellung und Debatte das Projekt im Rahmen der CIPE genehmigen sollte.

Die Abgeordneten erinnerten daran, dass es im Eisacktal einige kritische Punkte gibt wie die Durchfahrt von Waidbruck, die Talüberquerung bei der Villnösser Einfahrt und der Fensterstollen in der Gemeinde Feldthurns. Für diese müssen, so die Forderung der Abgeordneten, gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden Lösungen gefunden werden, welche die Bürger zufrieden stellen. Michele Elia sagte eine engere Einbindung der Gemeinden bei der Planung und dem Genehmigungsverfahren zu.

Weiters besprachen die Abgeordneten mögliche Lärmschutzmaßnahmen an der bestehenden Strecke. Auf der SVP Landesversammlung im April wurde eine Resolution der SVP Bezirksobleute entlang der Brennerstrecke angenommen, mit der die Bahn aufgefordert wird, alte Eisenbahnwaggons zu sanieren. Die EU stellt dafür derzeit Förderungen zur Verfügung, die von der italienischen Bahn nicht genutzt werden. "Wir werden die Bahn zum Handeln zwingen müssen. Wenn wir nicht, wie in unserer Resolution vorgeschlagen, die Durchfahrt mit nicht lärmsanierten Waggons durch Südtirol verbieten, wird sich bei der italienischen Bahn wenig tun". Zudem plant die Schweiz ein solches Durchfahrtsverbot. Das könnte bedeuten, dass die Bahn für die Strecken durch die Schweiz moderne Waggons einsetzt und damit noch mehr alte, klapprige Waggons über den Brenner rollen. Michele Elia zeigte sich sehr offen, das Thema zu vertiefen. Renate Gebhard sagte zu abzuklären, ob Italien, ähnlich wie Deutschland, die Förderung der EU mit einem staatlichen Beitrag ergänzen könnte. In Deutschland werden derzeit im Rahmen des Programms 5.000 alte Güterwaggons lärmsaniert.

Veröffentlicht am 07.05.2015
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