Straßburg: Ausstellung über den Dammbruch von 1985 im Stavatal

Auf Initiative des Südtiroler EU- Abgeordneten Herbert Dorfmann wird diese Woche im EU- Parlament in Straßburg eine Ausstellung über das Unglück im Stavatal abgehalten, das sich in diesen Tagen zum 30. Mal jährt. Dabei wird der 268 Personen gedacht, die durch die Schlammlawine getötet worden sind. Zudem sollen die EU- Abgeordneten für das Sicherheitsproblem von Bergwerken sensibilisiert werden.

Die Eröffnung der Ausstellung fand im Europäischen Parlament am Dienstag, den 7. Juli, statt. Der Einladung von Herbert Dorfmann folgten neben zahlreichen EU- Abgeordneten anderer Mitgliedsstaaten auch der Präsident der Stava-Stiftung 1985, Graziano Lucchi, der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, der Vorsitzende des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Giovanni La Via und die Bürgermeisterin der Gemeinde Tesero, Elena Ceschini, welche bei dieser Gelegenheit jeweils einige Worte über dieses Unglück sagten.

Am 19. Juli 1985 brach der Damm der Bergwerks-Deponie von Prestavèl. Eine verheerende Schlammlawine wälzte sich talwärts und brachte Tod und Zerstörung. Stava ist eines der schwersten Unglücke in der Menschheitsgeschichte, das durch den Bruch einer Bergwerks-Deponie verursacht wurde. Mit 268 Opfern und mehr als 133 Millionen Euro Sachschaden ist es außerdem eine der größten Industriekatastrophen die Italien je erleben musste.

In Folge auf dieser und anderen ähnlichen Katastrophen hat das EU- Parlament und der EU- Rat die Richtlinie 2006/21/EG erlassen. Ziel dieser Richtlinie ist es die Abfallbehandlung in Bergwerken sicher zu stellen und den Schutz für Umwelt und menschliche Gesundheit zu garantieren. Diese EU- Richtlinie wurde 2008 in Italien umgesetzt.

Herbert Dorfmann: „Diese Ausstellung soll nicht nur dazu dienen an die Opfer des Stava Unglückes zu gedenken. Es soll betont werden, wie wichtig eine korrekte und ordnungsmäße Führung eines Deponiebeckens ist. Wenn wir uns vor Augen führen, dass pro Jahr 400 Millionen Tonnen Abfall im Bergbau anfallen, das sind fast 30% des europäischen Gesamtabfalls, dann erkennt man die Brisanz dieses Themas. Nach dem Unglück im Stavatal gab es zudem über 50 weitere ähnliche Unfälle mit Bergwerk- Deponiebecken weltweit, davon 9 in Europa, darunter der Rotschlamm-Dammbruch 2010 in Ungarn.“

Veröffentlicht am 07.07.2015
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