Nein zu Gigalinern im Alpenraum

Dorfmann: Keine Megatrucks auf unseren Straßen!
Auf europäischer Ebene wird gerade über die Zulassung von Gigalinern im grenzüberschreitenden Verkehr diskutiert. Sechzig Tonnen schwer und fünfundzwanzig Meter lang sind solche Riesen-LKWs. Derzeit können Staaten selbst entscheiden, ob sie solche Fahrzeuge zulassen. Über eine Grenze fahren dürfen sie auf jeden Fall aber nicht. Deshalb gibt es Gigaliner derzeit auch nur in Skandinavien. „Dabei soll es auch bleiben. Für Regionen im Alpenraum wären die Ungetüme ein Horror!“ sagt der Südtiroler Europaabgeordnete Herbert Dorfmann.
Die Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino organisierte heute gemeinsam mit den EU-Parlamentariern aus der Europaregion Herbert Dorfmann (SVP), Eva Lichtenberger (Grüne) und Richard Seeber (ÖVP) eine Diskussion zum Thema im Europäischen Parlament. „Da wir alle im Alpenraum leben, ist uns die Bedeutung dieser Thematik sehr bewusst, daher wollen wir auch über Parteigrenzen hinweg gemeinsam arbeiten“, so die drei Abgeordneten unisono.
Damit nehmen die Euregio - Abgeordneten auch einen Beschluss der ARGE ALP aus dem Jahr 2010 auf. Damals hatten sich die Landeshauptleute bei einer Sitzung in Eppan (Südtirol) gegen Gigaliner auf unseren Straßen ausgesprochen. „Wir wollen diesen Beschluss hier in Brüssel umsetzen“, meinten die Abgeordneten Dorfmann, Lichtenberger und Seeber heute. Zusammen wollen sie in den nächsten Wochen für die Ablehnung des Kommissionsvorschlags kämpfen und dieses regionale Anliegen auf europäischer Ebene lösen.
Beim Treffen im Europäischen Parlament berichtete der Geschäftsführer der Brennerautobahn Walter Pardatscher, welche konkreten Auswirkungen übergroße LKWs für die Brennerautobahn hätten. „Die Einführung wäre mit sehr hohen Investitionskosten verbunden, da die Autobahn nicht für Gigaliner gebaut wurde. Haltebuchten, Parkplätze und allgemeine Sicherheitsanlagen wären nur mit hohem Aufwand anpassbar. Gigaliner bedeuten aber auch längere Überholwege sowie mangelnde Übersichtlichkeit und damit gravierende Unfallgefahren“, meinte Pardatscher.
Für Herbert Dorfmann wären Gigaliner aber auch das vollkommen falsche Signal in der Verkehrspolitik: „Wir versuchen seit Jahren den Güterverkehr über den Brenner von der Straße auf die Schiene zu verlagern und geben dafür Milliarden aus. Wenn wir es damit ernst meinen, dürfen wir nicht LKWs zulassen, mit denen man kostengünstiger transportieren und damit der Schiene zusätzliche Konkurrenz machen kann!" Die EU schreibe, so Dorfmann, in allen ihren Konzepten, dass Güterverkehr in Zukunft vor allem auf Schienen und Wasser zu passieren habe. Die Tiroler Abgeordneten sind sich einig, gemeinsam dafür zu arbeiten, dass dieser Vorschlag der europäischen Kommission in Europäischen Parlament abgelehnt wird.

Veröffentlicht am 16.10.2013
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