Keine Mehrheiten für Mengensteuerung

Es gibt keine politischen Mehrheiten für eine Mengensteuerung bei der Milch – weder in den EU-Mitgliedstaaten noch im EU-Parlament. Das sagte Herbert Dorfmann, Mitglied des Europäischen Parlaments, gestern auf dem Fachforum Milch des Deutschen Bauernverbandes am Rande der Grünen Woche in Berlin.

Dorfmann schlägt vor, dass untere Sicherheitsnetz über einen etwas höheren Interventionspreis anzuheben. "Allerdings darf dieser auf keinen Fall so hoch sein, dass ihn einige Milcherzeuger als Produktionsanreiz verstehen", sagte Dorfmann. Seine Kollegin Ulrike Müller, ebenfalls Mitglied des Europäischen Parlaments, macht sich zudem für bessere Exportbedingungen und eine bessere Marktbeobachtung stark.

Hans Stöcker, Mitglied des Aufsichtsrates von FrieslandCampina, stellte das neue Bonussystem des Molkereikonzerns vor. Mitglieder, die ihre Milchmenge von Anfang Januar bis Mitte Februar 2016 im Vergleich zu Ende Dezember 2015 nicht steigern, bekommen 2 ct/kg mehr. "Das liegt ausschließlich daran, dass wir einen Engpass bei den Verarbeitungskapazitäten haben. Solche Maßnahmen einzelnder Molkereien können nicht den weltweiten Milchmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen", sagte Stöcker.

Thomas Stürtz, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Milchkontor, beobachtet den Vorstoß von FrieslandCampina sehr genau. Ob so ein System auch für das DMK denkbar ist, ließ Stürtz offen. Etwas Mut machte er seinen Mitgliedern: "Wir sind guter Hoffnung, dass dieses Jahr besser wird und das DMK mindestens wieder einen durchschnittlichen Milchpreis erreicht." Stürtz machte noch einmal deutlich, dass ohne die Fusion von Nordmilch und Humana zum DMK die Situation jetzt noch schlechter wäre.

Veröffentlicht am 20.01.2016
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