Kein TTIP ohne Großbritannien

Mit Großbritannien drohe die EU den wichtigsten Befürworter des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP zu verlieren. Mittelstandspolitiker der EVP warnen die Kommission „auch deshalb“ den Briten die Türen für einen Verbleib in der EU nicht vorschnell zu verschließen.

 

„Sachlich falsch“ sei die Einschätzung von EU-Kommissarin Malmström, es gebe keine Änderung der Verhandlungssituation durch einen BREXIT, so der Sprecher des EVP-Mittelstandskreises Markus Pieper (CDU). Gerade die Briten seien eine Bank in Sachen Freihandel mit den USA. „Hier werden dem Mainstream Briten-Bashing jetzt offensichtlich Fakten geopfert“, erklärt der Europaabgeordnete. „Wer den Briten vorschnell die Tür zuschlägt, gefährdet TTIP“, so Pieper.

 

Die EU verlöre ohne die Briten dramatisch an Wirtschaftskraft. In einer Pressemitteilung des SME-Circles heißt es, ihr globaler Wertschöpfungsanteil sei von 22 % in 2005 auf nur noch

17 % in 2015 gesunken. „Ohne die Briten liegen wir sogar unter 15 %“, warnt der italienische Abgeordnete Herbert Dorfmann vor einem wirtschaftlichen Bedeutungsverlust der EU. „Denken wir 10 Jahre weiter, liegt die EU 2025 bei weniger als 10 % Wertschöpfungsanteil“, so Dorfmann weiter. „Dann setzen nicht mehr wir die industriellen Standards und Normen. Das machen dann die Inder und die Chinesen“, prophezeit Markus Pieper. Deshalb sei TTIP mit den Briten ein Kernanliegen für die wirtschaftliche Zukunft und Innovationsführerschaft der EU. „Wenn wir dagegen zur verlängerten Werkbank Chinas werden, wird Europa seine sozialen Errungenschaften verlieren“, warnt Pieper vor einem Scheitern der Verhandlungen.

Veröffentlicht am 07.07.2016
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