Jungbauern vor!

Die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik geht in diesen Wochen im Europäischen Parlament in die Zielrunde. Über 6000 Abänderungsanträge zum Reformvorschlag der EU Kommission liegen auf unseren Schreibtischen im Parlament. Leicht wird es nicht werden, daraus eine gemeinsame und mehrheitsfähige Position zu entwickeln. Diese Reform soll dazu beitragen, die Agrarförderungen der EU, immerhin bisher rund 55 Milliarden Euro im Jahr, gerechter als bisher zu verteilen. Die erste und vielleicht wichtigste Frage ist dabei, wie viel Geld es in Zukunft überhaupt zu verteilen gibt. Wir kämpfen im Agrarausschuss des Parlaments dafür, dass es zumindest nicht weniger wird. Die Verteilung zwischen den Mitgliedstaaten wird sich verschieben zu Gunsten der neuen Mitglieder in Mitteleuropa. Vor allem aber muss sich die Aufteilung innerhalb der Staaten verbessern. Noch immer profitieren von der Gemeinsamen Agrarpolitik vor allem die leistungsfähigsten Betriebe in Europa. Unser Südtiroler Interesse ist es, dass die Betriebe in schwierigen Lagen besser berücksichtigt werden als bisher. Ich arbeite daran, meinen Kolleginnen und Kollegen klar zu machen, dass unsere kleinen Betriebe im Berggebiet nichts mit auslaufender Alpenglühn - Romantik zu tun haben, sondern Lebensmittel für den Markt produzieren und davon leben wollen wie größere Betriebe in Gunstlagen auch.

Neue Umweltauflagen sollen in die Agrarpolitik einfließen. Mein Vorschlag, dass wir dabei zumindest die Betriebe, die bereits an Agrarumweltprogrammen teilnehmen, nicht mit neuen Auflagen torpedieren, findet im Haus viel Zustimmung. Wir wollen zukünftig ein besseres Programm für die Jungbauern anbieten. Die Obergrenzen für die Erstniederlassung sollen angehoben werden. Daneben werden erstmals auch in der ersten Säule, also bei der Betriebsprämienregelung, die Jungbauern bevorzugt. Sie werden dort einen Prämienzuschlag erhalten. Dadurch wollen wir dem bedrohlichen Schwund an jungen Bäuerinnen und Bauern in Europa aufhalten. 

Für unsere Obstwirtschaft geht es darum, die bisherige Förderung der operationellen Programme weiterzuführen. Vor allem aber kämpfe ich dafür, die Unterstützung der Ernteversicherung endlich auf eine sichere Basis zu stellen.

Unsere Arbeit im Parlament läuft derzeit recht gut. Vieles entwickelt sich so, wie ich es mir vorstelle. Mein Ziel ist es, nicht nur das zu erhalten, was heute sinnvoll ist, sondern unseren Betrieben ab 2014 ein besseres Programm anzubieten. Vor allem jenen, die es am dringendsten notwendig haben.

Veröffentlicht am 05.09.2012
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