Herbert Dorfmann: „Gegen ein Europa der Einfalt, für ein Europa der Vielfalt!“

Zum 20. Mal wird am morgigen 26. September der Europäische Tag der Sprachen begangen. Mehrsprachigkeit und sprachliche Vielfalt seien Grundwerte der Europäischen Union, betont Südtirols Europaparlamentarier Herbert Dorfmann. Der morgige Tag soll auf die reiche sprachliche und kulturelle Vielfalt in Europa aufmerksam machen und konkrete Initiativen anregen.

 

 

In der EU sprechen 40 Millionen Menschen über 60 Regional- und Minderheitensprachen. In den 47 Ländern, die Mitglied des Europarates sind, sind es über 225 Sprachen. Allerdings verweist Südtirols Europaparlamentarier auf Schätzungen der UNESCO, die besagen, dass die Hälfte der heutigen 6.000 gesprochenen Sprachen weltweit bis Ende des Jahrhunderts verschwunden sein werden. Vor allem Minderheiten- und Regionalsprachen seien davon betroffen. Dem gelte es entgegenzuwirken, meint Herbert Dorfmann. Südtirol macht es vor: „Der Umgang mit der ladinischen Sprache macht deutlich, dass auch eine Regionalsprache überleben kann, wenn sie entsprechend geschützt, gefördert und gelebt wird“, sagt Südtirols EU-Parlamentarier. Er betont, dass er sich im Rahmen der Intergruppe für traditionelle Minderheiten im Europäischen Parlament für die Rechte sprachlicher Minderheiten und den Erhalt dieser Sprachen in Europa einsetzt. Als Südtiroler entwickle man ein feineres Gespür für Sprachenvielfalt.

 

Am 15. Oktober dieses Jahres findet im Europäischen Parlament die Anhörung zur europäischen Bürgerinitiative „Minority Safe Pack“ statt. „Die Minority SafePack Initiative ist die bedeutendste Initiative der Minderheiten in Europa der letzten Jahrzehnte. Jetzt kommt es darauf an, wie die erfolgreiche Unterschriftenaktion - 1.320.000 Unterschriften wurden europaweit gesammelt - nun effektiv zu mehr Minderheitenschutz führt. Das ist vor allem ein Arbeitsauftrag an das Europäische Parlament. Die Regelung über Europäische Bürgerinitiativen sieht vor, dass unmittelbar nach Erreichen des Quorums eine Parlamentsdebatte mit den Initiatoren der Initiative und der Kommission stattfinden muss. Das kann aber nur ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einem wirklichen europäischen Minderheitenschutz. Die Europäische Kommission kann sich um das Thema nicht mehr weiter herumdrücken und ist nun am Zug die autochthonen nationalen Minderheiten und Sprachgemeinschaften konkret anzuerkennen und zu schützen, denn die Vielfalt an Sprachen und Kulturen ist das, was Europa ausmacht. Ich freue mich schon auf die Debatte im Parlament. Dabei darf es aber nicht bleiben. Ich werde gemeinsam mit meinen Kollegen im Europaparlament und der FUEN am Ball bleiben und dafür sorgen, dass die Bürgerinitiative konkrete Ergebnisse bringt.“

 

 

Veröffentlicht am 26.09.2020
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