Geld innerhalb von 30 Tagen!

Wussten Sie, dass die öffentliche Hand der säumigste Zahler in der EU ist und die durchschnittliche Zahlungsdauer in der Europäischen Union 65 Tage beträgt? Wussten Sie, dass in Italien die durchschnittliche Zahlungsdauer 180 Tage (!) beträgt? Jetzt soll es besser werden.
Um dieses Problem zu beheben, haben wir in der Europäischen Union im Jahr 2011 erstmals eine Zahlungsverzugsrichtlinie beschlossen, die mittlerweile in allen Mitgliedsstaaten seit dem 16. März 2013 gültig ist.
Sie sieht vor, dass:
1. die öffentliche Hand für angeforderte Dienstleistungen und Waren innerhalb von 30 Tagen ihre Rechnung begleichen muss.
2. die Zahlungsfrist zwischen zwei Unternehmen 60 Tage nicht überschreiten darf.

Italien hat das Zahlungsziel zwischen Unternehmen noch strenger umgesetzt und verlangt eine Zahlungsfrist von 30 Tagen, außer es wird im Vertrag zwischen Unternehmen anders festgelegt. Neu sind auch die vorgeschriebenen Mindestentschädigungen. Das geschädigte Unternehmen hat das Recht 40 Euro plus Verzugszinsen von 8 Prozent über den EZB Referenzzinssatz von der öffentlichen Hand einzufordern. Jetzt geht es um die Einhaltung und Sensibilisierung der neuen Regeln, damit die Liquiditätsengpässe in den Wirtschaften beseitigt werden. Dies ist eine Chance, damit unser Wirtschaftsraum wieder dynamischer und vertrauensvoller zwischen den teilnehmenden Akteuren wird. Vor allem die öffentliche Hand, welche knapp ein Fünftel des EU-Bruttoinlandsproduktes generiert, wird in die Mangel genommen! An alle Unternehmen in Südtirol appelliere ich deshalb:
FORDERT dieses Recht ein!
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Der Landesverband der Handwerker organisiert an diesem Donnerstag um 19 Uhr im Haus des Handwerks in Bozen einen Informationsabend, bei dem Betriebsinhaber über die Umsetzung der neuen Richtlinie, die politischen Forderungen und die Auswirkungen in der öffentlichen Verwaltung informiert werden. Neben LVH-Präsident Gert Lanz und dem EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann werden die Abgeordnete zum italienischen Parlament Renate Gebhard und der Direktor der Landesabteilung Finanzen Eros Magnago zum Thema sprechen.

Veröffentlicht am 19.06.2013
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