„Gegen übermäßigen Bettenabbau“

Eisacktal und Wipptal fordern Sparziele im Pflegebereich neu zu berechnen

„Überschlägig und unter Vernachlässigung wichtiger Faktoren wie etwa der Patientenmobilität“, nennt SVP-Bezirksobmann und Europaabgeordneter Herbert Dorfmann die geplanten Bettenstreichungen im Gesundheitsbezirk Brixen. Von den insgesamt 216 Betten, die im Zuge der von der italienischen Regierung geforderten Einsparungen im Gesundheitsbereich gestrichen werden sollen, sollen in den Krankenhäusern Brixen und Sterzing 74 Betten den Sparzielen von Landesrat Richard Theiner zum Opfer fallen. Die Eisacktaler und Wipptaler Politik steuert dagegen – mit stichhaltigen Argumenten.

Bei einem Dringlichkeitstreffen mit dem Direktor des Gesundheitsbezirkes Siegfried Gatscher und den beiden Präsidenten der Bezirksgemeinschaften Eisacktal und Wipptal, Peter Gasser und Armin Holzer, den Bürgermeistern der Eisacktaler Hauptorte Brixen und Klausen, Albert Pürgstaller und Maria Gasser Fink und dem SVP-Bezirksobmann Herbert Dorfmann im Krankenhaus Brixen wurde über den geplanten Bettenabbau diskutiert.

Dabei wurden vor allem die Kriterien besprochen, welche zur Berechnung der notwendigen Streichungen herangezogen wurden. „Bei der aktuellen Berechnung zur Erreichung der Sparziele wurde vor allem die Einwohnerzahl der Einzugsgebiete der Krankenhäuser berücksichtigt, alle anderen Kriterien wurden außen vor gelassen“, so die beiden Bezirkspräsidenten Gasser und Holzer nach der Aussprache.

Knapp die Hälfte aller Patienten in den Krankenhäusern Brixen und Sterzing kommen aber nicht aus dem Eisacktal oder Wipptal. Jedem Patient in Südtirol steht es frei, zur Behandlung ein Krankenhaus zu wählen. Beide Krankenhäuser genießen einen ausgezeichneten Ruf, was der steigende Zuspruch der Patienten für die Häuser im Eisack- und Wipptal beweist. „Der Zufluss von Patienten aus anderen Landesteilen ist das Ergebnis einer über Jahre erarbeiteten Qualität der Häuser. Deshalb muss sie bei der Berechnung der Bettenanzahl berücksichtigt werden!“, betonten die Anwesenden. Außerdem liegen die Krankenhäuser Brixen und Sterzing im Einzugsgebiet wichtiger Tourismusorte und versorgen daher überproportional viele Touristen auch aus anliegenden Gesundheitsbezirken wie dem Grödnertal, welches zum Bezirk Bozen gehört.

Mit den geplanten Streichungen geraten aber auch hochwertige Arbeitsplätze in Gefahr. "Wir sehen in vielen Bereichen, dass unter dem Zwang des Sparens dezentrale Dienste abgebaut und in die Landeshauptstadt verlegt werden sollen. Die Folge dieser Entwicklung sind eine abnehmende Lebensqualität und weniger Arbeitsplätze in der Peripherie" meinten die anwesenden Bürgermeister.

Die Delegation fordert nun von Landesrat Theiner, dass die Mobilität der Patienten und die Qualität der Krankenhäuser in den einzelnen Bereichen berücksichtigt und neu berechnet werden.

Veröffentlicht am 15.01.2013
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