FUEV fordert Aktionsplan zur Bewahrung der Minderheitensprachen in Europa

Die Förderung der Regional- und Minderheitensprachen in Europa war Thema eines Treffens der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) mit Vertretern der Intergruppe für traditionelle Minderheiten im Europäischen Parlament. Zur Zusammenkunft eingeladen hatten der EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann gemeinsam mit der FUEV. FUEV-Berichterstatterin Stocker forderte eine Sprachagentur zur Vernetzung und Koordinierung sowie einen Aktionsplan und eine Gesamtstrategie zur Bewahrung der Sprachenvielfalt in Europa.
EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann begrüßte in seinem einführenden Statement das neue Programm „Erasmus for all“. „Das Austauschprogramm beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf Universitätsstudenten, sondern ist für alle Altersstufen und Ausbildungswege offen“, erklärte Dorfmann. Der Programmbeginn sei für 2014 geplant und gehe mit einer Aufstockung der finanziellen Mittel einher. „Vor allem wir Südtiroler sollten diese Möglichkeit in Zukunft vermehrt nutzen, um den Sprachenerwerb zu verbessern“, so Herbert Dorfmann.
Die FUEV-Vizepräsidentin Martha Stocker berichtete über die Erfahrungen der FUEV mit dem Netzwerk zur Förderung der Regional- und Minderheitensprachen „RML2future.“ Um die bereits gewonnenen Erfahrungen zu sichern, weiterzugeben und weiterzuentwickeln braucht es eine Struktur, etwa eine Sprachagentur“, unterstrich Stocker. Eine solche sei bereits 2003 im Ebner-Bericht mit großer Mehrheit vom Europäischen Parlament von der EU-Kommission gefordert worden.
Martha Stocker schlug der EU-Kommission ein so genanntes ‚Language Diversity Centre‘ als Zwischenschritt vor, welches die Koordinierung und die Vernetzung garantieren könne. Zudem gehe es um einen Aktionsplan und eine Gesamtstrategie für die Bewahrung der Regional- und Minderheitensprachen. „Wir sind der Meinung, dass mit dem Vertrag von Lissabon die Verpflichtung der EU gegeben ist, Regional- und Minderheitensprachen zu fördern und deren Aussterben entgegenzuwirken“, betonte Martha Stocker. Die FUEV sei davon überzeugt, dass die EU-Kommission diesen Weg gehen werde. „Der Reichtum der EU liegt doch gerade auch in der friedlich gelebten Vielfalt.“
Bei dem Treffen besprochen wurde auch über die Roma-Politik der EU und der einzelnen Staaten sowie über die europäische Bürgerinitiative, die besonders von den Ungarn in Rumänien und der demokratischen Allianz der Ungarn in Rumänien mitgetragen wird.

Veröffentlicht am 25.01.2012
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