FOS goes Europe Europatage - Fest der Sprachen und Kulturen

Workshops zu Europathemen und eine Podiumsdiskussion mit hochkarätiger Besetzung prägten in den letzten Tagen den Schulalltag an der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie mit Landesschwerpunkt Ernährung (FOS) „Marie Curie“ Meran. Im Rahmen der Europatage wählten die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen der Fachrichtung Tourismus aus mehreren Angeboten aus, die sich aus verschiedenen Sichtweisen bzw. Bereichen mit dem Überthema Europa, Europäische Integration beschäftigen. In der Podiumsdiskussion zur Frage „Ist Südtirol Europa?“ diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Fachleuten über Europa und die EU.

In den Arbeitsgruppen zu Europa ging es u. a. um die Fragen, wie überhaupt Europa entstanden ist, was eine mögliche Europäische Identität ausmacht oder wie politische Mitbestimmung in Europa funktioniert. Außerdem befassten sich die SchülerInnen mit Unesco-Welterben in Europa und dem Euro. Die SchülerInnen wählten jeweils zwei Angebote und arbeiteten in wechselnden Gruppen außerhalb des Klassenverbandes.

An der Podiumsdiskussion unter dem Titel „Ist Südtirol Europa?“ beteiligten sich Universitätsprofessor Peter Hilpold, Vesna Caminades vom Brüsseler Außenamtsbüro, Landesrat Philipp Achammer, der Europaabgeordnete Herbert Dorfmann, und Paul Rösch, Direktor des Touriseums. Moderiert wurde die Veranstaltung vom EU-Experten Harald Stauder, Bürgermeister in Lana.

Achammer hob die Bedeutung der Bildung in einem vereinten Europa hervor. Eine Identifikation mit Europa schließe eine eher lokal geprägte Identität nicht aus. Der Flüchtlingsstrom, mit dem Europa konfrontiert ist, erfordere besondere Solidarität und ein europäisches Vorgehen. Dorfmann betonte die Notwendigkeit, die Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge zu kontingentieren. Er ist überzeugt, dass der europäische Einigungsprozess trotz einiger Schwierigkeiten positiv und notwendig sei. Das Abkommen TTIP sieht er durchaus positiv. Hilpold sprach sich für einen Schuldenschnitt für Griechenland aus. Die Flüchtlingsproblematik sei differenziert zu sehen. Zum Teil werde sie gefördert, v. a. durch das organisierte Verbrechen. Hilpold zeigte sich auch überzeugt, dass Europa gemeinsame militärische Strukturen brauche. Ein Europa der Regionen sei denkbar, eine Erweiterung durchaus möglich, aber nicht unbedingt sinnvoll. Die Loslösung Südtirol von Italien hält er unter den derzeitigen Umständen für unrealistisch.

Caminades hob die Wichtigkeit der Europaregion Tirol hervor und schilderte anschaulich ihre Arbeit in Brüssel. Die Bedeutung der Sprachenkenntnisse steige ständig. Sie forderte die Jugendlichen auf, sich möglichst viel mit anderen Sprachen und Kulturen zu befassen. Rösch zeigte sich überzeugt, dass der Tourismus eine tragende Wirtschaftskraft sei, aber durchaus auch andere wirtschaftliche Strukturen angedacht werden müssten, nicht nur im Tourismus. Gerade der Tourismus dürfe nicht wenigen Reichen vorbehalten sein, ohne dass deshalb der Massentourismus in der heutigen Form gefördert werden müsse.

 

Am 6. März findet der Tag der Sprachen und Kulturen statt. An der FOS werden neben Deutsch und Italienisch noch Englisch, Französisch und Russisch gelehrt. Außerdem wird Chinesisch als Wahlfach angeboten. Alle Sprachen werden am Tag der Sprachen und Kulturen in die Arbeiten der SchülerInnen eingebaut. Es gibt Modeschauen, Gedichtvorträge, Tanzaufführungen, Lieder und Kulinarisches. Das breite Sprachenangebot der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie (FOS) „Marie Curie“ Meran zeigt sich dabei in den verschiedensten Facetten.

FOS "Marie Curie", Meran

Veröffentlicht am 28.02.2015
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5
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