Dorfmann referiert auf FUEN Kongress

In diesen Tagen findet in Komotini in Westthrakien der 60. Jahreskongress der FUEN, der Föderation der europäischen Volksgruppen statt. In Westthrakien leben rund 150.000 muslimische Türken, Pomaken und Roma.

Der Südtiroler Abgeordnete im Europäischen Parlament Herbert Dorfmann referierte auf dem Kongress über die Südtirol Autonomie und die Stellung der Minderheitenfrage im Europäischen Parlament. Dorfmann zog dabei Parallelen und zeigte Unterschiede zwischen der Lage der Muslime in Westthrakien und der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit in Südtirol auf. Beide sind durch den Zusammenfall eines großen Reiches entstanden und beide verfügen über international verbriefte Rechte.  Während aber die Lage in Südtirol durch einen mühsamen Dialog und durch die Zusammenarbeit zwischen Italien und Österreich im europäischen Staatenverbund  einer guten Lösung zugeführt werden konnte, ist die Situation der Türken in Westthrakien mehr als besorgniserregend.

"Es ist bedauernswert ansehen zu müssen, wie durch Nationalismus und Konfrontation die Entwicklung einer ganzen Region behindert wird und die Menschen gezwungen werden, ihr Glück in der Abwanderung zu suchen" stellte Herbert Dorfmann fest.

Dorfmann mahnte in seiner Stellungnahme an, dass sich gerade in den letzten Jahren bewiesen hat, dass starke Zivilgesellschaften, in denen Minderheitenfragen gelöst werden, auch in Zeiten der Krise beständiger sind. Deshalb müsse, so Dorfmann, auch die EU in der Frage der autochthonen Minderheiten aktiver werden und jenen Staaten auf die Finger klopfen, die selbst Mindeststandards im Bereich des Minderheitenschutzes nicht einhalten. Das gilt zweifelsohne für das Verhalten Griechenlands gegenüber den muslimischen Türken in Westthrakien, denen selbst das Recht abgesprochen wird, sich Türken zu nennen.

Veröffentlicht am 14.05.2015
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