Dorfmann lehnt Wolfsplan des Umweltministeriums vehement ab

Das italienische Umweltministerium hat einen neuen "Plan zur Erhaltung und Bewirtschaftung des Wolfes in Italien" vorgestellt. Kontrollierte Abschüsse, die im Plan von 2017 noch vorgesehen waren, wurden gestrichen. Ein Zusammenleben zwischen Mensch, Nutztieren und Wölfen müsse auch ohne Tötung möglich sein, betonte Umweltminister Sergio Costa. Südtirols Europaparlamentarier Herbert Dorfmann widerspricht vehement: „Der Innenminister hat weder Verständnis für den ländlichen Raum noch einen Bezug zu den Bauern, die Almen bewirtschaften und Nutztiere halten.“ Sein und der Einsatz seiner Kolleginnen und Kollegen im Europäischen Parlament für mehr Flexibilität im Wolfsmanagement werde mit solchen Plänen zunichte gemacht. Dorfmann kündigt scharfen Protest in Rom an.

 

Die neuen Planentwurf vorgesehenen 22 Maßnahmen zielen darauf ab, das Zusammenleben von Wölfen und Nutztieren zu verbessern, zu beobachten, zu überwachen und die Bevölkerung zu informieren. Entnahmen sind nicht vorgesehen. „Das ist Nonsens“, betont Herbert Dorfmann. Dem italienischen Umweltministerium fehle jeder Bezug zur Wirklichkeit.

 

In Italien leben rund 3.000 Wölfe. „Diese riesige Population müsste längst verkleinert werden“, betont Herbert Dorfmann. Das vor zwei Jahren vorgelegte Papier mit der Möglichkeit der gezielten Entnahme von Wölfen wurde von Umweltschützern und Bürgern heftig kritisiert und hat jetzt zum Einfrieren dieser Maßnahme geführt. „Sergio Costa ist vor realitätsfremden Menschen in die Knie gegangen“, betont Herbert Dorfmann. Es dürfe nicht sein, dass Wölfe Nutztiere einfach reißen und der Staat hilflos dabei zuschaue. 

 

Das Einknicken des italienischen Umweltministers zeige wieder einmal, wie wenig Verständnis und Bürgernähe diese Regierung und die Partei des Movimento 5 stelle habe, betont Herbert Dorfmann. „Wir haben in Brüssel intensiv nach Lösungen gesucht und mehr Flexibilität im Wolfsmanagement gefordert“, sagt er. Erst vor wenigen Monaten sei die Europäische Kommission aufgefordert worden, ein Bewertungsverfahren zu entwickeln, um den Schutzstatus von bestimmten Tierarten in bestimmten Regionen abzuändern, sobald der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist. Es sei notwendig, lokale und regionale Akteure einzubeziehen und konkrete Maßnahmen zuzulassen, die Konflikte des Zusammenlebens vor Ort wirksam lösen können, wurde im Europaparlament gefordert. Mit solchen nationalen Plänen würden alle europäischen Bemühungen zunichte gemacht, sagt Herbert Dorfmann: „Bauern und Hirten, die sich auf unseren Almen um ihre Nutztiere sorgen, werden überhaupt nicht ernst genommen.“ Verantwortung sehe anders aus, betont der Südtiroler Europaparlamentarier. Umgehender Protest in Rom sei gewiss.

Veröffentlicht am 05.04.2019
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