Der Papst in Straßburg

Papst Franziskus besuchte heute das Europäische Parlament und den Europarat in Straßburg. Auf der kürzesten Auslandsreise, die je ein Papst unternommen hat, Franziskus war gerade vier Stunden in Frankreich, besuchte er ganz bewusst nur das Parlament und das Plenum des Europarates. Damit setzt er ein Zeichen, wie wichtig ihm die Demokratie im gemeinsamen Europa ist.

Um 11,15 h wandte sich der Papst in einer feierlichen Sitzung an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments.

 

Papst Franziskus übermittelte den Abgeordneten eine klare Botschaft. Europa, so der Papst, mache einen müden Eindruck. Wenn die Wirtschaft und die Finanzwelt als Selbstzweck zelebriert werden und nicht in den Dienst des Menschen gestellt werden, brauche man sich nicht zu wundern, wenn die Menschen dem Projekt Europa nicht mehr folgen. Papst Franziskus forderte die Politiker auf, wieder die Menschen und die Würde des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dann habe Europa Vorbildcharakter in einer sich schnell wandelnden Welt und könnte zu einem weltweiten Erfolgsprojekt werden. 

"Für mich war beindruckend, wie sehr der Papst die Bedeutung der Politik und der Demokratie unterstrichen hat" meinte der Südtiroler Abgeordnete Herbert Dorfmann nach der Papstrede. Franziskus habe daran erinnert, so Dorfmann, dass die Demokratie und eine funktionierende Politik die Grundlage für eine Gesellschaft mit sozialer Verantwortung sind. 

Die Rede des Papstes ist, so Herbert Dorfmann, ein Grundsatzprogramm für das Projekt eines gemeinsamen Europas. Beweis dafür ist auch die Tatsache, dass alle Abgeordneten, unabhängig von ihrer politischen Einstellung und ihrer Glaubenszugehörigkeit, dem Papst stehend langen Applaus zollten. 

Veröffentlicht am 25.11.2014
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