Berglandwirtschaft hautnah erleben: Jetzt geht's los!

Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des EU-Parlaments in Südtirol
Nach der Sommerpause müssen für die unzähligen Abänderungsanträge zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union Kompromisse gefunden werden. Jene EU-Abgeordneten, die dann über die Reform der EU-Landwirtschaftspolitik entscheiden, sind diese Woche, auf Initiative von Südtirols EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann in Südtirol unterwegs.
Ziel dieser Delegationsreise wird es sein, den Abgeordneten einen Einblick in die Südtiroler Berglandwirtschaft zu gewähren. „Kleinstrukturierte Berglandwirtschaft ist für viele meiner Kollegen im Parlament nicht nachvollziehbar. Sie kennen nur landwirtschaftliche Großeinheiten und können sich unter einem Bergbauernhof so ziemlich gar nichts vorstellen. Ich möchte auf Grund dessen meinen Kollegen zeigen, warum wir bei den Verhandlungen rund um die GAP so hartnäckig sind“, erklärt der Südtiroler EU-Abgeordnete die Absicht der Reise. Mit dabei sein wird auch der Berichterstatter Luis Manuel Capoulas Santos.
Gemeinsam mit der Kärntner Abgeordneten Elisabeth Köstinger, die die Reise zusammen mit Dorfmann organisiert hat, reisen die Abgeordneten am heutigen Dienstag nach Wien, dann weiter nach Kärnten und Osttirol und schließlich nach Südtirol. Auch Landeshauptmann Luis Durnwalder und Agrarlandesrat Hans Berger wollen dann den Abgeordneten erklären, dass Südtirol auf die Förderungen aus dem EU-Topf angewiesen sind: „Der Erhalt und die weiterführende Förderung der Berglandwirtschaft sind für unser Land von grundlegender Wichtigkeit. Umso mehr ist nun die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Land gefordert“, so die beiden unisono.
PROGRAMM
Über das Defreggental kommen die Abgeordneten Richtung Südtirol, danach geht's mit Geländejeeps über das Klammljoch ins Knuttental. Nach dem Mittagessen auf einer Alm und einem Stopp bei einer Hofkäserei, führt der Weg weiter Richtung Brixen. Nach diesem Höhenabenteuer, bei dem sich die EU-Abgeordneten ein Bild von den schwierigen Produktionsbedingungen in den Berggebieten machen können, trifft man sich am Abend mit dem Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder und dem ehemaligen EU-Abgeordneten Michl Ebner, sowie Tirols Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner zum Abendessen. Im Zuge des Abendessens werden die Eindrücke und die Wichtigkeit der weiteren Unterstützung der Berg- und benachteiligten Gebiete im Vordergrund stehen. Am Tag danach stehen noch zwei Besuche an: Zum einen wird die Südtiroler Milchgenossenschaft BRIMI vorgestellt. Die 1969 entstandene Genossenschaft umfasst knapp 1.100 Bergbauern, die unter schwierigsten Bedingungen wirtschaften. Zum anderen "Wipplamm", ein regionaler Arbeitskreis mit Fokussierung auf Lammfleisch aus dem Wipptal. "Wipplamm" wurde von der Regionalentwicklung Wipptal ins Leben gerufen. Vom Schafzüchter bis zur Gastronomie sind alle Akteure entlang der Lebensmittelkette in diesem Arbeitskreis vertreten.

Veröffentlicht am 10.07.2012
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