Auf neuen Verkehrswegen in die Zukunft

Der Verkehr auf den Eisacktaler Autobahnabschnitten steigt seit Jahren beständig an. Das ist nicht nur ein Gefühl der Eisacktaler Bevölkerung, sondern ist durch den letzten ASTAT-Verkehrbericht von 2017 auch statistisch belegt. Der Anteil der Güter, die mit der Bahn über den Brenner transportiert werden, stagniert hingegen. Die Folgen sind Lärmbelästigung und schlechte Luft. Der SVP-Bezirk Brixen hat in den letzten Monaten ein Grundsatzpapier zur Verkehrsfrage im Eisacktal ausgearbeitet. Dieses präsentierte der SVP-Bezirksobmann Herbert Dorfmann gestern Abend in der Cusanus Akademie der breiten Öffentlichkeit. Landeshauptmann Arno Kompatscher nahm zu den Eisacktaler Forderungen Stellung.

 

Neun Punkte umfasst das Positionspapier des SVP-Bezirks Brixen. Herbert Dorfmann, EU-Parlamentarier und Bezirksobmann, stellte die einzelnen Forderungen vor. Er selbst kennt die Verkehrsprobleme des Eisacktals genau: „Ich lebe und wohne im Lärmpegel der Brennerautobahn und -eisenbahn. Und tatsächlich hat die Belastung durch den Verkehr immer weiter zugenommen. Mittelfristig wird der Brennerbasistunnel zu einer Verbesserung der Lage führen. Dennoch muss auch über Lösungen für die nächsten Jahre nachgedacht werden.“

Vier Punkte des vorgestellten Eisacktaler Verkehrskonzepts betreffen die Autobahn. So soll zum einen der Autobahnverkehr zwischen Verona und Kufstein besser koordiniert werden. Dadurch wäre es möglich, Belastungen zu verringern und Verkehrskollapse zu vermeiden. Konkret denkt die Eisacktaler SVP dabei an eine Abstimmung bei Feiertagsfahrverboten, Blockabfertigungen oder Bemautungen.

Für Gemeinden entlang der Brennerautobahn sieht das Verkehrskonzept Umweltausgleichszahlungen vor. Diese könnten durch Einnahmen des Landes aus dem Betrieb der Autobahn finanziert werden.

Weiters fordern SVP-Bezirk Eisacktal, die Staatsstraße SS 12 von Brenner bis Brixen vom Transitverkehr zu entlasten. Hierfür könnte jenen LKWs die Benutzung dieser Strecke verboten werden, die nicht in diesem Abschnitt starten oder dort ein Ziel nachweisen können.

Nebstdem erachten die Eisacktaler SVPler bessere Kontrollen der bestehenden Geschwindigkeitsgrenze von 110 km/h als wichtig, um Lärm- und Abgasemissionen eindämmen zu können.

 

Die Vorschläge im zweiten Teil des Positionspapiers zielen auf Maßnahmen entlang der Brennereisenbahnstrecke. Dazu Herbert Dorfmann: „Der Bau des BBTs hat für die EU höchste Priorität. Es liegt aber weiter an uns, auf eine rechtzeitige Inbetriebnahme des BBTs und dessen Zulaufstrecken bis 2027 zu drängen. Zudem gilt es, auch heute schon auf die Zeit nach 2027 zu blicken.“ Kostenvorteile für die Schiene sollen geschaffen und weitere Verlademöglichkeiten in Verona realisiert werden. Nur damit könne der Brennerbasistunnel auch zur gewünschten Verlagerung des Güter- und Personenverkehrs auf die Schiene führen. Nach Fertigstellung des BBTs und der Zulaufstrecken im Eisacktal soll sichergestellt werden, dass die heutige Bestandsstrecke von Bozen Richtung Brenner und Pustertal für den Personenverkehr zur Verfügung steht. Im Verkehrspapier wird hierzu eine moderne S-Bahn angedacht. Aufgelassene Bahnhöfe sollen wiederbelebt und Pendlerparkplätze geschaffen werden. Der bereits beschlossene Bau der Riggertalschleife soll eine schnelle Durchfahrt ins Pustertal ermöglichen.

Für den Zeitraum der BBT-Bauarbeiten fordern die SVP-Bezirke Brixen und Wipptal die rigorose Einhaltung der von den betroffenen Gemeinden aufgestellten Vorgaben. Um der Lärmbelästigung durch den Eisenbahnverkehr kurzfristig entgegenzuwirken, soll die Durchfahrt mit nicht lärmsanierten Güterwaggons verboten werden.

 

Landeshauptmann Arno Kompatscher ging anschließend auf den 9-Punkte-Plan der Brixner SVP ein. Er begrüßte die präzisen Vorschläge und sicherte seine Unterstützung bei deren Umsetzung zu. Einige Versprechen konnte der Landeshauptmann sogleich geben. Es wird es in Zukunft beispielsweise alle sechs Monate ein Treffen zwischen Südtirol, Tirol, Trentino und Bayern geben, um sich in Verkehrsangelegenheiten besser abzustimmen. Außerdem wurde im jüngst eingereichten Investitionsprogramm der Autobahngesellschaft der Bau neuer Lärmschutzwände beschlossen. Die Anzahl der Lärmschutzwände entlang der A22 wird demnach verdoppelt werden. Den Einsatz alter und lauter Güterwaggons möchte Arno Kompatscher ebenfalls verbieten. Für ein entsprechendes Gesetz werde er auf Staatsebene hinwirken oder aber ein Landesgesetz auf den Weg bringen.

Die gut besuchte Veranstaltung sowie die vielen Rückmeldungen und Fragen aus dem Publikum bestätigten jedenfalls einmal mehr die Bedeutung des Themas Verkehr für die Eisacktaler Bevölkerung.

Veröffentlicht am 28.03.2018
98
Prozent Anwesenheit
bei Abstimmungen im Plenum seit 2014.
5
Praktikanten pro Jahr
haben Chance Einblick in die Arbeit Team Dorfmann zu bekommen.
93.949
Vorzugsstimmen
bei der Wahl des Europäischen Parlaments 2014.