5000 Abänderungsanträge für neue GAP nach 2014

AGRI Ausschuss des Europäischen Parlaments in Südtirol – Dorfmann und Berger ziehen Bilanz
Der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments war gestern und heute auf Einladung des Europaparlamentariers Herbert Dorfmann in Südtirol um sich ein Bild von den schwierigen Bedingungen der Südtiroler Bergbauern zu machen. Heute endet die viertägige Reise. Dorfmann und Landesrat Hans Berger haben heute Vormittag Resümee gezogen.
„Für die Direktzahlungen besteht ein großes Ungleichgewicht unter den italienischen Regionen, welches ab 2014 behoben bzw. zumindest stark verringert werden muss“, erklärten EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann und Landesrat Hans Berger heute Vormittag auf einer Pressekonferenz in der Milchgenossenschaft BRIMI in Brixen. Die Rede ist von der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union nach 2014. Bis heute um 16 Uhr können Abänderungsanträge für den Bericht, welcher die neue Finanzierungsperiode nach 2013 regeln soll, eingehen. Bislang sind über 5000 Anträge eingereicht worden - eine große Aufgabe und Herausforderung für den Berichterstatter Luis Manuel Capoulas Santos, der auch heute Vormittag auch in Brixen zugegen war.
Santos zeigte sich eingangs erstaunt über die schwierigen Bedingungen in den Berggebieten und sicherte nach seinem „Staunen“ seine volle Unterstützung zu: „Nun gilt es alle 5000 Abänderungsanträge zu prüfen und Kompromisse zu finden, wir werden nicht alle Wünsche erfüllen können, aber ich werde versuchen Ihre Anliegen im Bericht zu berücksichtigen, denn ich habe in den letzten Tagen verstanden, warum Dorfmann, Köstinger und Co. in Sachen Berglandwirtschaft so hartnäckig sind.“
Ziel dieser Delegationsreise war es, den Abgeordneten einen Einblick in die Südtiroler Berglandwirtschaft zu gewähren und dies scheint gelungen. Nach der Überfahrt über das Klammljoch in 2400 Metern Meereshöhe und dem Besuch einer Hofkäserei, stand in Brixen ein Abendessen mit Landeshauptmann Luis Durnwalder auf dem Programm der 20-köpfigen Delegation.
Agrarlandesrat Hans Berger begleitete die Gruppe und zeigte sich zuversichtlich: „Sehen und Verstehen war meine Absicht. Südtirol muss als Bergland auch nach 2014 eine Sonderrolle in der GAP einnehmen, unsere Landwirtschaft braucht diese Subventionen!“ In dieselbe Kerbe schlug dann auch Elisabeth Köstinger, Abgeordnete und Verantwortliche für den österreichischen Part der Reise: „Ich glaube wir haben unseren Kollegen vermittelt, dass kleinste Bergbauern hart arbeiten und die Förderungen dringend brauchen. Es muss allerdings auch daran gearbeitet werden, dass die Bürokratie diesbezüglich so klein wie möglich gehalten wird.“
Live dabei - per Videokonferenz aus Bari - war in der BRIMI auch der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments Paolo De Castro. Er mahnte zu Qualität in landwirtschaftlichen Betrieben und sicherte seine Unterstützung für die Südtiroler Anliegen, sowie einen Besuch des Landes zu.
„Kleinstrukturierte Berglandwirtschaft war für viele Abgeordneten im Parlament nicht nachvollziehbar. Sie kannten nur landwirtschaftliche Großeinheiten und konnten sich unter einem Bergbauernhof so ziemlich gar nichts vorstellen, nun ist das anders“, erklärten Berger und Dorfmann abschließend.
13.07.2012 – 14.00 Uhr
BILDTEXT: v.l.n.r. Luis Manuel Capoulas Santos, Herbert Dorfmann, Elisabeth Köstinger, Hans Berger

Veröffentlicht am 13.07.2012
50
Besuchergruppen
durchschnittlich pro Jahr.
93.949
Vorzugsstimmen
bei der Wahl des Europäischen Parlaments 2014.
81
Parlamentarische Anfragen
seit 2009 bis jetzt.