Die Europäische Union ist genauso schön wie Zeus sie in der griechischen Mythologie geliebt hatte: Die Union hat ermöglicht, dass eine Vielfalt an Völkern, Kulturen und Menschen friedlich in einer Staatengemeinschaft lebt. Dieses Europa und seine Werte sollten wir schätzen und lieben. Die demokratische Mitbestimmung ermöglicht uns, es weiterzuentwickeln und mitzugestalten.
Die Europäische Union ist vor allem für uns Südtiroler wichtig: In der Europaregion können die historischen Landesteile wieder zusammenwachsen: Es gibt keine Grenzkontrollen, wir bezahlen mit demselben Geld und arbeiten dort, wo es die besten Möglichkeiten gibt.
Der freie Personen- und Warenverkehr ist ein wertvolles Gut, hat aber auch Grenzen. Wir brauchen Kostenwahrheit beim Gütertransport, um unnötigen Umwegverkehr zu vermeiden.
Wer fordert, die neue Brennerbahn zu verhindern und die aktuelle auszubauen, denkt nicht an jene Menschen, die entlang der Strecke wohnen. Daher bin ich ein kritischer Befürworter der neuen Brennerbahn (mit gleichzeitiger Verwirklichung der Zulaufstrecken, möglichst ebenso im Tunnel). Es braucht aber auch schnelle Übergangslösungen – zum Beispiel mehr Lärmschutzwände und leisere Garnituren.
Die Landwirtschaft ist der einzige Sektor der Politik, der zur Gänze von der EU bestimmt wird. Deshalb ist es so wichtig, dass ein Südtiroler Parlamentarier die gemeinsame Agrarpolitik kennt. Dort stehen in den nächsten Jahren Entscheidungen an, die für unsere Bauern und für das Land insgesamt von entscheidender Bedeutung sind.
Die Europäische Union ist erfolgreich, weil ihre Wurzeln in der gemeinsamen Geschichte des christlichen Abendlandes liegen. Ich bin dagegen, dass sie um Staaten erweitert wird, die damit nichts zu tun haben. Die Türkei darf daher aus meiner Sicht nicht EU-Mitglied werden.
Wir sollten Einwanderern die Möglichkeit zur Integration geben, von ihnen aber auch Respekt für unsere Werte und Regeln verlangen. Die mit der Einwanderung einhergehenden Probleme können aber nicht alleine in Südtirol gelöst werden. Wer in den Schengen-Raum kommt, kann sich dort frei bewegen. Deshalb muss Europa eine gemeinsame Regelung finden und die Schengen-Außengrenzen gemeinsam kontrollieren.
Als EU-Abgeordneter vertrete ich alle Südtirolerinnen und Südtiroler. Ich glaube, dass ich genügend Einblicke, Erfahrungen und Begegnungen hatte, um unsere Mitbürger gut und ausgeglichen vertreten zu können.